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Populäre Finanz-Irrtümer
Die Finanzkrise macht vielen Deutschen Angst. Immer wieder schocken neue Schreckensmeldungen die Idylle deutscher Haushalte und sorgen für Aufruhr. Ist meine Rente durch die Krise gefährdet? Was passiert mit meinen Spareinlagen?
Besonders tragisch ist dabei, dass viele Menschen in unserem Land gar nicht genau wissen, was die Finanzkrise tatsächlich für die eigene Altersvorsorge oder auch für die privaten Spareinlagen bedeutet. Vielen Anlegern ist nicht genau bewusst, welche ihrer Geldanlagen konkret gefährdet sind oder nicht. Was wissen die Deutschen also tatsächlich über Sparbücher, Rentenfonds, Aktien oder die Riester-Rente?
1. Irrtum: Es gibt Geldanlagen, die jahrzehntelange Sicherheit bieten!
Der Irrtum: Immer wieder hört man, es gäbe dauerhaft sichere Geldanlagen. Richtig ist: Sogar das Sparbuch ist langfristig eine spekulative Anlageform. (geldwerte Anlageform, die Inflation vernichtet ihr Erspartes. Fragen sie ihre Eltern oder Großeltern, die haben schon 2 mal ihr ganzes Geld verloren)
Der Irrtum: Profis kennen angeblich Geldanlagen, die gleichzeitig sicher, renditestark und jederzeit verfügbar sind. Richtig ist: Demnach müssen Anleger sich darüber bewusst sein, dass man entweder eine hohe Rendite (verbunden mit viel Risiko) oder eine sichere Geldanlage mit wenige Rendite haben kann. Ähnlich verhält es sich mit der Laufzeit: Will ich ein Konto über das ich jederzeit verfügen kann, muss ich in Kauf nehmen, dass meine Rendite geringer ausfällt, als bei langfristigen Anlageformen. Ohne Kompromisse geht es nicht.
Der Irrtum: "Meine Versorgungslücke beträgt … Euro." Richtig ist: Ihre Versorgungslücke können Sie lediglich sehr vage abschätzen, sicher ist nur, dass ihre Versorgungslücke eher größer als kleiner wird.
2. Irrtum: Aktien eignen sich gut als Langzeitanlage
Der Irrtum: Auf Sicht von 10 bis 20 Jahren rentieren sich Aktien immer. Richtig ist: Seit dem Zweiten Weltkrieg rentieren sich Aktien lediglich für jeden beliebigen 25-Jahres-Zeitraum in der Vergangenheit – immerhin!
Der Irrtum: Mit dem Sparen kann man sich Zeit lassen. Richtig ist: Mit Sparen kann man gar nicht zu früh beginnen. Wofür man in jungen Jahren zehn Jahre braucht, dauert später 35 Jahre.
3. Irrtum: Staatlich geprüfte Seriosität?
Der Irrtum: Wenn der Staat eine Geldanlage steuerlich fördert, ist das Angebot seriös. Richtig ist: Ob der Staat eine Geldanlage steuerlich fördert oder die Bundesagentur für Finanzdienstleistungsaufsicht einen Verkaufsprospekt genehmigt, bedeutet nicht dass diese Anlage sicher ist. Das Risiko eines eventuellen Totalverlustes ihrer Anlage ist immer noch vorhanden.
4. Irrtum: Schützen Promis vor Reinfällen?
Der Irrtum: Wenn Promis für Geldanlagen ihren guten Namen hergeben, ist das Risiko überschaubar. Richtig ist: Ob eine Anlage was taugt oder nicht, hat nichts mit dem Bekanntheitsgrad ihrer Werbeträger zu tun, denn die werden für ihren Werbeauftritt bezahlt. (Manfred Krug und Telekom-Aktie, das Ergebnis ist bekannt)
Der Irrtum: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist immer ratsam. Richtig ist: Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung steckt der Teufel mit unter im Detail – und es gibt Alternativen.
Der Nachteil einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Anrechnung bei Leistungen, die an die Bedürftigkeit gekoppelt sind, wie beispielsweise Hartz IV. Da wird auch die Rente aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung zum Einkommen dazu gezählt und mindert die Sozialleistungen.
5. Irrtum: Sicherheit bei Lebens- und Rentenversicherungen?
Der Irrtum: Lebensversicherungen sind eine sichere Angelegenheit. Richtig ist: Eine Kapital-Lebensversicherung ist ebenso wie eine private Rentenversicherung mindestens eine dreifache Wette mit ungewissem Ausgang. (wie im Spielkasino, nur da kann sein Geld mit mehr Spaß verlieren.)
Der Irrtum: Bei Lebens- beziehungsweise Rentenversicherungen gibt es keine großen Unterschiede. Richtig ist: Die Unterschiede zwischen den Versicherungsangeboten sind gewaltig und machen im Einzelfall einige Tausend Euro aus und dies liegt unter Anderem in den unterschiedlichen Kostenstrukturen der Gesellschaften.
Der Irrtum: Die Garantieverzinsung ist die Mindestrendite, die man bei Lebens- und Rentenversicherungen erzielt. Richtig ist: Der Garantiezins ist Augenwischerei und bezieht sich immer nur auf den sogenannten Sparanteil
Der Irrtum: Private Rentenversicherungen rechnen sich für die Mehrzahl der Kunden. Richtig ist: Hohe Abschlusskosten, teure vorzeitige Kündigungen, leistungsschwache Gesellschaften und eine lediglich durchschnittliche Lebenserwartung des Versicherten führen zu Verlusten oder mageren Renditen.
Der Irrtum: Fondsgebundene Rentenversicherungen sind nach Einführung der Abgeltungsteuer Fondssparplänen überlegen. Richtig ist: Fondsgebundene Rentenversicherungen gehören zu den unattraktivsten Möglichkeiten, Geld am Aktien- und Rentenmarkt anzulegen.
6. Irrtum: Die Riester-Rente ist für jeden sinnvoll.
Richtig ist: Viele Riester-geförderte Produkte sind so teuer, dass jedweder Vorteil von den Vertragskosten aufgefressen wird.
Der Irrtum: Für eine Riester-Förderung muss man eine Rentenversicherung abschließen. Richtig ist: Neben der Rentenversicherung werden auch andere Sparpläne gefördert. Und das ist oftmals attraktiver.
Der Irrtum: Aktienfreudige Anleger sollten bei der Riester-Rente stets auf Fonds setzen. Richtig ist: Wie so oft im Leben: Es kommt drauf an.
Der Irrtum: Man muss jährlich einen Mindestbeitrag in die Riester-Rente einzahlen. Richtig ist: Niemand ist dazu verpflichtet. Zulagen gibt es aber nur, wenn der Mindesteigenbeitrag bezahlt wurde.
7. Irrtum: Wohn-Riester ist zu bürokratisch.
Der Irrtum: Wohn-Riester ist ein bürokratisches Monster und deshalb nicht attraktiv. Richtig ist: Für den Anleger ist Wohn-Riester nicht bürokratischer als andere Riester-Verträge – und für viele mit Abstand die attraktivste Variante.
Der Irrtum: Einen Riester-Vertrag sollte man auf keinen Fall kündigen. Richtig ist: Besser manchmal ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Der Irrtum: Riester-Verträge – Treue bis in den Tod?
Richtig: Wie alle anderen geldwerten Anlageformen, gelegentlich überprüfen, denn nicht nur der Ertrag einer Anlage kann sinken, sondern die Inflation nagt deutlich an ihrer Altersvorsorge.
Der Irrtum: "Die Zulagen für die Riester-Rente werden meinem Vertrag automatisch gutgeschrieben." Richtig ist: Millionen Euro werden jährlich verschenkt, weil Sparer vergessen, ihre Zulagen zu beantragen oder zu wenig in den Vertrag einzahlen.
Der Irrtum: Die Steuervorteile der Riester-Rente werden vom Finanzamt automatisch ausgezahlt. Richtig ist: Wer sich Steuervorteile erhofft, sollte der Steuererklärung die "Bescheinigung für das Finanzamt" des Anbieters beilegen, und zwar Jahr für Jahr.
Achtung auf lange Sicht vernichtet die Inflation ihr Vermögen, wenn es als
geldwerte Anlage bespart wird!!!
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